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egen regimekritischer Äußerungen war Aloys Odenthal bereits zwei Mal von der Gestapo verhört worden. Für den Wiederholungsfall war ihm sogar die Einweisung in ein Konzentrationslager angedroht worden. Zusammen mit Winkens und Odenthal hatten sich zunächst noch mehrere Personen getroffen. Die Gruppe wurde aber später immer kleiner. Lediglich der Rechtsanwalt Dr. Karl Müller beteiligte sich auch weiterhin an diesen Gesprächen. Allein schon wegen seiner guten Auslandskontakte war Müller dem NS-Regime verdächtig.

Im Jahre 1943 kam dann über Dr. Müller ein Kontakt mit einem kleinen Kreis aus der Innenstadt zustande. Dieser Kreis hatte sich um den Rechtsanwalt Dr. August Wiedenhofen gebildet. Er war aus einem eher zufälligen Treffen Wiedenhofens mit dem Schreinermeister Ernst Klein während eines Bombenangriffs in einem Luftschutzkeller entstanden. Durch Klein wurden der Bäckermeister Josef Lauxtermann und der Malermeister Karl Kleppe in den Kreis eingeführt. Dr. Wiedenhofen brachte dann später auch seine Freunde Dr. Karl Müller und Josef Knab (Ingenieur und Kaufmann) zu diesen Treffen mit. Über Dr. Müller, der als Rechtsanwalt mit Dr. Wiedenhofen beruflich bekannt war, wurde der Kontakt zu den Gerresheimern Odenthal und Winkens geknüpft. Beide nahmen bald auch an den ein bis zwei Mal im Monat stattfindenden Unterredungen teil.

Alois-Freunde

Stehend (von links nach rechts): Aloys Odenthal, Ernst Klein, Josef Lauxtermann
Sitzend (von links nach rechts): Dr. August Wiedenhofen, Dr. Karl Müller

Die Männer hatten ein gemeinsames Ziel: Deutschland sollte vom nationalsozialistischen Regime befreit und neu gestaltet werden. Es wurde jedoch zunächst nur darüber geredet. Von der Gruppe wurden keine Aktionen, wie etwa von der Antifako, durchgeführt. Dr. Wiedenhofen seinerseits hatte wiederum weitere Kontakte zu anderen Düsseldorfer Bürgern und Gruppen. Diese nicht ungefährlichen Kontakte waren den übrigen Personen des Kreises jedoch nicht bekannt. Die Einführung neuer Personen in den Kreis musste jeweils unter größtmöglicher Vorsicht geschehen, da man nicht ausschließen konnte, dass sich hinter einem neuen Gesicht ein Spitzel oder sogar ein Gestapo-Beamter verbarg.

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