Jeanne AndresenJeanne Andresen hat uns verlassen. Eine schwere Krankheit, gegen die sie ebenso tapfer gekämpft hatte wie als Enkeltochter des Widerstandskämpfers Theodor Andresen für das Vermächtnis ihres hingerichteten Großvaters und seiner Gefährten aus dem Kreis der Kämpfer der Aktion Rheinland, war stärker als sie.

Jahr für Jahr stand sie am 16. April mit uns am Mahnmal an der Anton-Betz-Straße, das an die Hinrichtung dieser mutigen Kämpfer der Aktion Rheinland erinnert, die das sinnlose Vorhaben der Nationalsozialisten, Düsseldorf bis zum letzten Mann, bis zur letzten Patrone, bis zum Untergang zu verteidigen, hindern wollten. Noch am 16. April dieses Jahres war sie dabei, als wir dort - den Umständen der Pandemie geschuldet - im kleinen Kreis dieser tapferen Männer und ihrem Vermächtnis an uns gedachten und als Zeichen ihrer Wertschätzung unsere Kränze und Blumen niederlegten. Ebenso dabei war sie im letzten Herbst bei der Erinnerung jenes Tages, des Handelns und tragischen Scheiterns dieser Männer in der Aufführung des Theaterkollektivs Pierre.Vers. „Aktion: Aktion!“ auf dem Franz-Jürgens-Platz vor der historischen Kulisse des Polizeipräsidiums und hat in diesem Zusammenhang für die Düsseldorfer Polizei heute und ihre polizeihistorische Aufarbeitung lobend das Wort ergriffen. Seit Anbeginn war sie auch - wie selbstverständlich - Mitglied in unserem 2004 ins Leben gerufenen Polizei-Geschichtsverein „Geschichte am Jürgensplatz e.V.“

Sie hatte - ihrem Vater gleich - das Vermächtnis des Großvaters auch als ihre Aufgabe angenommen, bereit es weiterzutragen in Projekten gegen das Vergessen, in vielen Gesprächen mit jungen Menschen. Sie war in unserer Stadt stets dort zu finden, wo es auch öffentlich für Demokratie und Menschenrechte und gegen Faschismus, Nazismus, rechten Sprüchen und Gedanken mutig und mannhaft aufzustehen und neuen Anfängen zu wehren galt. Sie lebte Zivilcourage und war darin vielen Verzagten ein Vorbild.

Wir haben eine mutige, tapfere Frau, eine Mitstreiterin, wir haben Jeanne Andresen verloren - doch nicht ganz. Unsere Erinnerung an sie, an ihr freundliches, fröhliches Wesen, ihr gewinnendes Lächeln, ihr offenes Zugehen auf Menschen, ihr beherztes Ein- und Auftreten für das Erbe und Vermächtnis der Männer der Aktion Rheinland, ihr Vorbild im Eintreten für Menschenrechte und unser demokratisches Gemeinwesen wird in unseren Köpfen, vor allem aber in unseren Herzen bleiben.

In Trauer und stillem Gedenken stehen wir an der Seite ihres Sohnes Ole und ihres Lebensgefährten Andy Wahl, die sie bis zuletzt begleitet, getragen und gestützt hatten.

Jeanne Andresen

 

 

 

 

 

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