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Die weitere Verteidigung Düsseldorfs sollte nun allein von der Schutzpolizei übernommen werden. Den amerikanischen Truppen war es zwischenzeitlich gelungen, bei Remagen den Rhein zu überqueren; die Engländer hatten im Norden bei Wesel die Rheinquerung geschafft. Düsseldorf war seit dem 10. April 1945 vollständig von alliierten Truppen eingeschlossen. Durch die bestehenden Befehle fanatischer Nazi-Bonzen war eine Kapitulation Düsseldorfs ausgeschlossen. Aufgrund dieser Tatsache war es für Dr. Wiedenhofen, Jürgens und die anderen Männer klar, dass nun der Zeitpunkt gekommen war, das Heft des Handelns in die eigenen Hände zu nehmen.

Kurz nach 13.00 Uhr trafen Odenthal, Dr. Wiedenhofen, Knab, Dr. Müller und Andresen im Polizeipräsidium ein. Sofort suchten sie Oberstleutnant Jürgens in seinem Büro auf. Bereits nach einer kurzen Unterredung stand für die Männer fest, dass man nun die NS-Führung und die Führung der Düsseldorfer Polizei ausschalten musste, um die Stadt unter die Kontrolle der Gruppe zu bringen. Um weiteres Blutvergießen zu verhindern, sollten einige Männer (Dr. Wiedenhofen, Dr. Müller und Odenthal) zu den amerikanischen Truppen fahren, um dort über die kampflose Übergabe der Stadt zu verhandeln. Jürgens stellte den Unterhändlern einen Wagen der Polizei mit Fahrer und eine weiße Fahne zur Verfügung.

Er selbst wollte nach der Festnahme des Polizeipräsidenten Korreng das Kommando über die Polizei übernehmen und dafür sorgen, dass beim Einmarsch der Amerikaner von dieser Seite kein Widerstand geleistet würde.

Der Polizeipräsident, SS-Brigadeführer Korreng, sollte festgenommen und in einer Zelle des Polizeigefängnisses festgesetzt werden. Korreng war als regimetreuer Nationalsozialist bekannt und hätte möglicherweise die Anordnungen von Jürgens wieder aufheben können. Zuvor war die Idee, Korreng zu erschießen verworfen worden, weil man ihn später noch über die Existenz von sogenannten Werwolfgruppen vernehmen wollte. Hauptmann Gehrke, der Stellvertreter von Oberstleutnant Jürgens, wurde in die Pläne eingeweiht. Die Aktion erhielt den Tarnnamen ‚Rheinland'. In seinem Büro teilte Oberstleutnant Franz Jürgens mit den Mitgliedern der ‚Wiedenhofen-Gruppe’ noch eine Flasche Wein. Anschließend wurden die zivilen Widerstandskämpfer noch mit Pistolen der Polizei ausgestattet und vom Waffenmeister des Präsidiums, dem Obermeister der Schutzpolizei Wackernagel, in deren Handhabung eingewiesen.

Danach gingen die Männer zum Büro des Polizeipräsidenten, nahmen Korreng mit den Worten: "Herr Präsident, Sie bieten uns in den kommenden Tagen nicht die Gewähr für die reibungslose Abwicklung aller Dinge. Wir sind deshalb als Vertreter der Düsseldorfer Bürgerschaft gezwungen, Sie in Schutzhaft zu nehmen" fest und brachten ihn in eine Zelle des Polizeigefängnisses. Als Wache vor der Zelle fungierte neben zwei Polizeibeamten auch Dr. Müller.

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