In zeitgenössischen Akten der Düsseldorfer Polizei fanden sich Hinweise darauf, dass die Personalakten der Beamten der Schutzpolizei Düsseldorf in einem 'Ausweichlager' in Frille an der Weser verwahrt wurden. Dies geschah ab Herbst 1944, nachdem die Alliierten die Luftangriffe auf Düsseldorf massiert hatten. Das kleine Dörfchen Frille, heute am äußersten nordöstlichen Zipfel von NRW gelegen, erschien offensichtlich sicher zu sein.

In einer Akte, die sich mit Polizeireservisten beschäftigt, fand sich jetzt die Bestätigung:

Insgesamt 16 Kisten mit Personalakten und Formularen wurden von Düsseldorf nach Frille gebracht und dort unter dem Kommando des Hauptmanns d.Sch. d.Res. Moriske bewacht und verwaltet. In der Akte finden sich auch Funksprüche und Vermerke, dass die Akten mittels Kurier nach Düsseldorf geholt wurden, wenn hier Eintragungen vorzunehmen waren. Der letzte Transport hat demnach am 26. Februar 1945 stattgefunden.

Am Kriegsende sollten die Akten "durch Feindeinwirkung vernichtet" worden sein. In der Tat wurde im Jahr 1945 der Ruhrkessel von den Alliierten an der Weser geschlossen. Ob die Akten wirklich durch die Alliierten vernichtet worden sind oder ob sie vielleicht durch das Bewachungskommando selbst vernichtet wurden, steht nicht fest. Möglich ist auch, dass noch Originalakten erhalten sind, die seit 60 Jahren in einem Keller- oder Speicherraum liegen.

Um dies abzuklären, habe ich mich an Ulf Vinke, einen Redakteur des Mindener Tageblatts gewandt. Dieser wiederum hat sich in Frille mit der örtlichen Heimatpflegerin in Verbindung gesetzt und diese gebeten, unsere Suche zu unterstützen. Am 22. Januar 2005 erschien ein entsprechender Artikel in der örtlichen Presse. Nach ersten Angaben von Zeitzeugen konnte zumindest schon einmal der Ort des 'Ausweichlagers' in Frille lokalisiert werden. Die Akten waren im Saal einer Gaststätte untergebracht. Auch der Name des Kommandoführers (Hauptmann Moriske) war älteren Bewohnern von Frille noch geläufig.

frilleFrille - Foto: Vinke

Auch wenn es nur wenig Hoffnung gibt, noch Personalakten in Frille zu finden, wäre es schon eine kleine Sensation, wenn nach über 60 Jahren Originale auftauchen würden. Ein Vergleich mit den nach dem Krieg rekonstruierten Akten würde sich auf jeden Fall lohnen und könnte möglicherweise so manche Überraschung zu Tage fördern.

Die Spurensuche in Frille wird also weitergehen.

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